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Durchblick im Dschungel der Tragen – Die Unterschiede erklärt

Worin sich Halfbuckle, Fullbuckle & Co. unterscheiden…

Vielleicht hast du dich im Internet oder in den sozialen Medien bereits informiert, welches Tragen für dein Baby und dich in Frage kommen würde. Eine Babytrage oder ein Tuch soll es werden – oder vielleicht auch beides?

Schnell ist festzustellen, dass die Auswahl an Tragehilfen sehr groß ist, und die Verwirrung auch. Denn es gibt Halbschnallentragen und Vollschnallentragen, auch Half- und Fullbuckle genannt, Wrap Cons und Mei Tais, und die Eigennamen einiger namhafter Hersteller stiften vollends Verwirrung ;-).

In diesem Artikel möchte ich die Unterschiede zwischen verschiedenen Tragehilfen aufzeigen, um dir eine Vorstellung darüber zu geben, welcher Tragentyp zu deinen Bedürfnissen passen könnte. An dieser Stelle ist es mir wichtig darauf hinzuweisen, dass jede Tragehilfe individuell ist und ich unbedingt empfehle, sie vor dem Kauf auszuprobieren. 

Vollschnallentrage, Komforttrage oder „Fullbuckle“

Die Vollschnallentrage ist, wie der Name sagt, komplett mit Schnallen ausgestattet. Sie besteht aus einem Rückenteil, an welchem gepolsterte längenverstellbare Schultergurte sowie ein verstellbarer Hüftgurt mit Klickschnalle angebracht sind. Viele Komforttragen bestehen aus speziell gewebtem Tragetuchstoff, einige Hersteller setzen auf Baumwolle oder auch auf Mesh-Materialien. Mit Komforttragen lässt sich für gewöhnlich vor dem Bauch, auf dem Rücken und auf der Hüfte tragen. Durch die Schnallen lässt sich die Trage schnell und unkompliziert auf unterschiedliche Träger anpassen. Je nach Modell sind Fullbuckles für sehr zarte Neugeborene noch etwas zu groß, einige Hersteller wie Fidella oder Kokadi bieten daher Baby-Sizes und Toddler-Sizes an, sodass in Punkto „guter Sitz“ keine Abstriche gemacht werden müssen. Bei der Kaufentscheidung ist in jedem Fall darauf zu achten, dass die Trage einen ergonomischen Sitz des Babys gewährleistet. Das heißt, das Kind sollte die Anhock-Spreiz-Haltung einnehmen und mit dem Popo gut gebeutelt sitzen. 

Bekannte und empfehlenswerte Tragen sind zum Beispiel „Limas Flex“, „DidySnap“, „Manduca XT“ oder „Kokadi Flip“.

Ruckeli Slim – eine besondere Vollschnallentrage

Halbschnallentrage oder „Halfbuckle“

Eine Halbschnallentrage besitzt einen Hüftgurt mit einer Schnalle und gepolsterte Schulterträger zum Binden. Halfbuckles sind sehr flexibel im Alltag, da sie schnell angelegt und individuell an den Träger anpassbar sind. Sie sind der perfekte Kompromiss aus Tragetuch und Trage. Das Rückenteil der Halfbuckles bestehen allesamt aus Tragetuchstoff, welcher sich dem Baby wunderbar anschmiegt und einen gesunden Sitz ermöglicht. Beispiele: „Limas Babytrage“, „Girasol MySol“ mit Schnallengurt, „Fidella Flowklick“, „Fräulein Hübsch“.

Eine Variante der Halbschnallentrage stellt die Trage mit sogenannten Wrap Con – Trägern (Wrap Conversion) dar. Die langen Schulterträger bestehen aus Tragetuchstoff, die sich zum Beispiel auf dem Rückenteil der Trage auffächern lassen und unterschiedliche Bindemöglichkeiten bieten. Durch die breiten Träger aus Tuchstoff lässt sich eine für den Träger angenehme Gewichtsverteilung erreichen, zudem kann das Baby durch zusätzliche Tuchlagen am Rücken gestützt werden. Beispiele: „DidyKlick“, „Limas Plus“, Kokadi „Wrapstar“. 

Eine Halfbuckle bietet die Möglichkeit, auf der Hüfte, vor dem Bauch und auf dem Rücken zu tragen.

Didymos DidyKlick

Mei Tai

Der Mei Tai ist sozusagen die Mutter aller Tragehilfen mit einer langen Tradition. Ein klassischer Mei Tai ist vollständig zu binden. Sowohl die Schulterträger wie auch der Hüftgurt bestehen aus Stoff – meist aus diagonal-elastischen Tragetuchstoff. Der Mei Tai zeichnet sich durch ein komfortables Packmaß, Flexibilität und Schmiegsamkeit aus. Es gibt diese Trage mit gepolsterten Trägern und Wrap-Con Trägern.

Beispiele: „Girasol MySol“, „Girasol WrapMySol“, „DidyTai“, „Kokadi WrapTai“

Girasol MySol

Onbuhimo

Ein Onbuhimo ist eine Trage, die keinen Hüftgurt besitzt. Sie eignet sich mit ihren gut gepolsterten Schulterträgern besonders gut zum Tragen auf dem Rücken, zum Beispiel für Tragemamas, die ein Baby erwarten und nicht vor dem Bauch tragen können. Ein Onbuhimo ist für ältere Baby wunderbar geeignet und ist super für unterwegs, auch wenn dein Baby bereits laufen kann und auf längeren Strecken getragen werden möchte. 

Beispiele: „DidyGo“ oder „Kokadi Onbu“

Hybridtragen

Hybridtragen stellen eine Besonderheit dar. Sie sind Innovationen verschiedener Hersteller und bieten beispielsweise eine Kombination aus Tuch und Trage. Ein Beispiel hierfür ist die „Manduca Twist“ oder die “emeibaby”. Darüber hinaus gibt es Onbuhimo-Hybridtragen mit abnehmbarem Hüftgurt wie die „BuzziBu“ oder „Limas Flex“.

Ich hoffe, ich konnte dir einen guten Durchblick und vielleicht sogar eine Orientierungshilfe für deinen Tragenkauf verschaffen. 

Deine Carolin

Wie du dein Baby im Winter tragetauglich anziehst

Trotz kalter Temperaturen ist es möglich, gemeinsam mit Baby schöne Winterspaziergänge zu unternehmen, ganz gleich ob du Tuch oder Trage bevorzugst. Was du dabei beachten solltest, dass deinem Baby kuschelig und angenehm warm ist:

Die Kleidung deines Babys 

  • Die Kleidung deines Babys sollte atmungsaktiv und temperaturregulierend sein. Stoffe aus Baumwolle, Schurwolle, Merino- und Kaschmirwolle eignen sich besonders gut, denn sie speichern Wärme, leiten aber überschüssige Feuchtigkeit ab. Stoffe aus synthetischen Fasern solltest du vermeiden, hierzu gehören zum Beispiel Polyester und Polyamid. Aufgepasst – manche Babys, vor allem Kinder mit sehr sensibler Haut, vertragen keine Wollfasern direkt auf der Haut. Für unsere persönlichen Bedürfnisse haben sich im Alltag Leggings sowie Bodys aus 100% Baumwolle bewährt. 
  • Leggings, Strümpfe und wirklich elastische Strumpfhosen sind sehr gut für Tragebabys geeignet, so bleiben die Füßchen beweglich und werden nicht durch die Haltung beim Tragen und die Spannung des Stoffes in eine unangenehme Position gebracht. Dies könnte zum Beispiel bei Stramplern oder Overalls mit Füßen der Fall sein, wenn sie nicht genug Bewegungsfreiheit bilden.
  • Beinstulpen sind perfekt dazu geeignet, ein Auskühlen der Beinchen zu verhindern. Für den Winter empfehle ich außerdem, ein dickes Paar Wollsocken beim „Outdoor-Tragen“ über die normalen Socken überzuziehen. Kann dein Tragling schon laufen, entsprechend ein Paar Schuhe.

Deine Kleidung und die Kleidung deines Babys – es hängt voneinander ab:

  • Sehr empfehlenswert für die kältere Jahreszeit sind Tragejacken oder Tragemäntel. Oftmals sind sie bereits in der Schwangerschaft mit einem Bäuchleineinsatz versehen, der sich austauschen lässt. Trägst du dein Kind auch gerne auf dem Rücken, so solltest du beim Kauf deiner Jacke darauf achten, dass dies möglich ist. Günstige und stylishe Tragejacken gibt es zum Beispiel bei bonprix, Mäntel und Jacken aus Wollwalk im höheren Preisbereich z.B. von mamalila. Weitere Marken sind vivalamamaberlin, Limas und auch über Girasol und Didymos sind sehr schöne und hochwertige Jacken zu erwerben.
  • Möchtest du darauf verzichten, eine Tragejacke zu kaufen, könntest du auch einen Trageeinsatz (zum Einzippen in deinen Jackenreißverschluss, bitte darauf achten ob kompatibel) oder ein Tragecover oder eine Trageweste zum darunterziehen für deine Jacke kaufen. Tragecover findest du unter anderem bei Girasol oder Hoppediz. Im Übrigen gibt es auch Tragejacken für Herren!

Diese Möglichkeiten sind dazu geeignet, dein Baby körpernah zu tragen und „deine“ Schicht Outdoorbekleidung bedeckt ebenso dein Baby. Diese Variante empfehle ich unbedingt bei Babys, die noch nicht mal eben schnell aus der Trage aussteigen wollen um selbst die Welt zu erkunden, etwa bis zum Laufalter. Trägst du dein Kind körpernah, umgibt es das für das Tragen im Winter angenehmste Klima! Wie im ersten Abschnitt beschrieben, sollte es entsprechende Kleidung tragen. 

Wie viele Lagen Kleidung sollte ein Baby beim Tragen unter einer Tragejacke tragen?

  • Das Wichtigste: Verlasse dich hierbei zunächst auf deine Intuition. Ich kann nur von uns berichten, das spiegelt immer individuelle Erfahrungen wieder. Persönliche Temperaturempfindungen sind unterschiedlich, auch für Babys. Grundsätzlich kannst du im Nacken deines Kindes erfühlen, ob die Temperatur für es angenehm ist. Der Nacken sollte sich warm, aber nicht feucht anfühlen. Auch kannst du prüfen, wie sich der Haaransatz an der Stirn anfühlt. So kannst du das individuelle Wohlfühlklima deines Babys herausfinden.
  • Die Kleidung sollte natürlich von der Außentemperatur und der Witterung abhängig gemacht werden. Als Faustregel gilt: Dein Baby trägt immer eine Kleidungsschicht mehr als du. Allerdings ist hierbei zu beachten, dass die Trage oder das Tuch als eine Schicht Kleidung zählt. Bedenke, dass dein Körper deinem Baby Wärme spendet. Weniger Stofflagen können hier „mehr“ sein um ein wohliges Klimas zu gewährleisten, dass die Luft zirkulieren kann und sozusagen Luftpuffer entstehen, in denen Wärme gespeichert wird. Beispielsweise trägt mein Baby unter der Wintertragejacke bei 4°C Außentemperatur einen Langarmbody, eine Leggings, Socken + dicke Socken, einen Pullover und eine Strickhose oder Stulpen.
  • Wunderbar ist das Zwiebelprinzip, zum Beispiel zwei Baumwollshirts statt ein dicker Pullover. So bleibt die Wärme optimal gespeichert, bei Bedarf kann ein Kleidungsstück an-oder ausgezogen werden.
  • Selbstverständlich sollte eine Mütze und unbedingt ein Schal nicht fehlen, prima finde ich sogenannte Balaklava oder Schlupfmützen. Diese decken den Halsbereich ab und schützen die Ohren und das Köpfchen zuverlässig vor Kälte.
  • Als Sicherheitshinweis möchte ich unbedingt erwähnen, dass auf eine ausreichende Sauerstoffzufuhr zu achten ist, vor allem beim Tragen im Winter. Dein Baby sollte nicht überhitzen und der Mund-Nasen-Bereich muss frei sein. 

Wie du dein Baby beim Tragen über deiner Jacke anziehst…

Bei kalten Temperaturen empfehle ich grundsätzlich, das Baby körpernah unter der Elternjacke zu tragen. Denn das gewährleistet ein kuschelwarmes Klima. Manchmal gibt es Situationen, da ist ein Tragen über der Jacke aber praktischer: Zum Beispiel, vom Autositz in die Trage während eines Einkaufs und wieder zurück. Dabei seid ihr nur kurz in der Kälte. Oder: Dein Kind kann bereits laufen und möchte streckenweise selbst gehen oder mit dem Laufrad fahren etc.. 

Hierbei gilt: Ziehe dein Baby wintergerecht an, denn es hat keinen direkten Körperkontakt zu dir. Für das Tragen eignen sich zum Beispiel Overalls aus Wollwalk. Dicke Schneeanzüge mit Daunen oder Polyesterfüllung sind auch warm, können aber beim Tragen etwas sperrig werden. Probiere einfach aus, was zu euch passt.

Mit diesen Tipps lassen sich wunderbare Winterspaziergänge genießen. Viel Freude :-)!